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Alten Putz überarbeiten

Trends und Geschmäcker ändern sich im Laufe der Zeit, sodass es ab und zu Zeit für einen „Tapetenwechsel“ wird. Oft muss der alte Putz nicht einmal entfernt, sondern kann aufgrund seiner guten Haftung – z. B. mit einem mineralischen Putz – einfach überarbeitet werden. Eine effizientere Lösung als das komplette Abschlagen und Neuverputzen.

Die einzelnen Schritte

Schritt 1

Im Eingangsbereich und Treppenflur eines Einfamilienhauses schmückten seit Jahrzehnten Tapeten die Wände. Auf der Suche nach einer dauerhaften und zugleich edlen Lösung, beschloss man, mit Edelputzen zu arbeiten. Tapeten und Kleber wurden hier schon restlos entfernt.

Schritt 2

Auf den vollkommen festen, tragfähigen alten Gipsputz werden Eckschienen mit quick-mix Eckschienenmörtel befestigt. Sie bieten sicheren Kantenschutz vor Stößen und Schlägen.

Schritt 3

Da es sich bei dem vorhandenen Gipsputz um einen stark saugenden Untergrund handelt, wird die komplette Putzfläche mit einer Mineralputzgrundierung vorgestrichen.

Schritt 4

Die spätere Höhe der Sockelfliesen wird angezeichnet. Es darf nur bis zur Markierung geputzt werden.

Schritt 5

Zur Erzielung eines sauberen und geraden Putzabschlusses werden dann diese Bereiche – und auch die Fenster – mit einem Klebeband abgeklebt.

Schritt 6

Anschließend wird der Münchner Rauputz in einem Mörtelkübel mit einem Rührquirl angemischt.

Schritt 7

Zur Erzielung der typischen Münchner Rauputz-Struktur wird der Putz mithilfe eines Glätters in Größtkornstärke, sprich 3 mm, aufgezogen. Dazu wird der Glätter schräg an die Wand gesetzt und der Putz „knirsch“ aufgezogen.

Schritt 8

Im Eckbereich empfiehlt es sich, den Putz mit einer Kelle aufzutragen. Auf den Flächen wird der Putz direkt mit dem Glätter aufgezogen. Der Putz wird „knirsch“ auf den Untergrund aufgetragen.

Schritt 9

Je nach Untergrund und Raumtemperatur ist der Putz nach ca. 10-15 Minuten angezogen und die Struktur kann mit einem Kunststoffreibebrett erarbeitet werden.

Schritt 10

Im Bereich von Fenster- oder Türöffnungen wird grundsätzlich ein Kellenschnitt ausgeführt. Da die
aneinandergrenzenden Materialien unterscheidlich arbeiten, wird so Rissbildungen vorgebeugt.

Schritt 11

Nachdem alle Flächen bearbeitet sind, ist das Klebeband vorsichtig zu entfernen. Das Ergebnis: ein absolut sauberer Edelputzabschluss.

Schritt 12

Bevor an den Wänden Bilder usw. befestigt werden können, muss der Putz ca. 3-4 Tage völlig austrocknen. Zugluft und starke Sonneneinstrahlung sind zu vermeiden.

Clever Tipp

Während der Putz noch aushärtet, kann bereits mit Bodenarbeiten – hier Laminatverlegung – begonnen werden. Doch Vorsicht: Die frischen Putzflächen sind noch nicht stoßfest und sollten nach Möglichkeit 3-4 Tage nicht berührt werden.

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Checkliste

Produkt

Münchner Rauputz (MRP-W) in 3 mm-Körnung (Farbe: weiß) zur Erstellung eines dünnschichtigen Edelputzes in typischer Münchner Rauputz-, Wurm- oder Rillenputzstruktur.

Verbrauch

bei 3 mm Auftragsstärke ca. 4,5 kg/m2

Produkt

Mineralputzgrundierung (MPG) ist eine Grundierung zur Verminderung der Saugfähigkeit des Untergrundes. Sie ist weiß eingfärbt, um eventuelles Durchscheinen dunkler Untergründe bei nachfolgenden dünnschichtigen Edelputzen zu verhindern.

Verbrauch

ca. 0,1-0,2 l/m2

Werkzeuge

Maurerkelle, Malerrolle, Zimmermannsbleistift, Wasserwaage, Klebeband, Folie, Bohrmaschine, Rührquirl, Glättkelle und Kunststoffreibebrett